Nach nur einem Monat: 50% des Umsatzes digital
Schon im ersten Monat nach dem Rollout lief rund die Hälfte des Unternehmensumsatzes über den Onlineshop - Tendenz steigend. Der digitale Kanal hat sich sofort als zentraler Umsatztreiber etabliert und die Kunden sind begeistert.
Teil des Handwerker-Workflows
Der Shop bietet die IDS-Schnittstelle, über die Fachbetriebe Artikeldaten in ihre Planungssoftware ziehen und Bestellungen übertragen können. Dieser reibungslose Einkauf macht SOLVIS zum bevorzugten Lieferanten im Tagesgeschäft.
Schnellere Aufträge, weniger Fehler
Die Prozessdurchlaufzeit von der Bestellung bis zur Auftragsbestätigung wurde halbiert. Weil Aufträge im Shop ausgelöst werden und automatisch ins ERP fließen, sinkt zugleich die Fehlerrate deutlich. Das entlastet Vertrieb und Innendienst spürbar.
SOLVIS entwickelt und produziert seit über 30 Jahren effiziente Hybrid-Heizsysteme mit erneuerbaren Energien und integrierter Warmwassertechnik: modular, zukunftssicher und „Made in Germany", gefertigt in Europas erster Nullemissionsfabrik in Braunschweig. Als Dienstleister des Handwerks begegnet SOLVIS seinen Fachpartnern auf Augenhöhe und unterstützt sie mit komplexen Anlagen, Komponenten, Ersatzteilen, einem eigenen Partnernetzwerk und einer Akademie.
- Branche
- Heiztechnik / Erneuerbare Energien
- Gründung
- 1988
Projektzusammenfassung
Zentraler digitaler Vertriebskanal Bestellungen liefen bei SOLVIS bisher ausschließlich über den Vertrieb. Mit der Neuentwicklung auf Basis von avanta entstand der erste digitale Bestellweg als zentrale Bestell- und Self-Service-Plattform für das Fachhandwerk.
ERP-First mit n8n-Middleware Kunden-, Produkt- und Preisdaten werden aus dem Infor ERP über eine n8n-Middleware in den Shop übertragen. Auch Bestellungen werden über n8n automatisch zurück in das ERP-System gespielt. Das ERP bleibt führendes System (ERP-First), redundante Datenhaltung und Logiken im Shop entfallen.
Alle Aufträge im Self-Service Portal einsehen Kunden sehen im neuen Self-Service Bereich alle Bestellungen und Belege auf einen Blick – unabhängig vom Vertriebskanal. Das entlastet den Kundenservice und Vertrieb deutlich.
Unternehmensweites Single Sign-on Der Login wurde an den zentralen Single Sign-on-Provider von SOLVIS angebunden. Das schafft einen zentral gemanagten und sicheren Zugang für alle Nutzer.
IDS-Schnittstelle für das Handwerk Über eine Custom-Entwicklung des IDS-Standards verbinden Fachhandwerker ihre Handwerker-Software direkt mit dem Shop. Artikel und Preise werden automatisch in ihre Software gezogen und Positionen aus der Handwerker-Software lassen sich umgekehrt in den Warenkorb des Shops zurückspielen und dort mit einem Klick bestellen.
Hyvä Frontend Ein modernes Hyvä-Frontend sorgt für kurze Ladezeiten und ein zugängliches, barrierefreies Nutzererlebnis.
Projekthistorie
-
Jul
2025
Anforderungsworkshops -
Jan
2026
Start der Projektentwicklung -
Apr
2026
Pilotphase: Go-Live für ausgewählte Beta-Kunden -
Mai
2026
Go-Live abgeschlossen
Projektbericht
Ausgangslage
Vertrieb statt Onlineshop
SOLVIS verfügte bislang über keinen Onlineshop. Sämtliche Bestellungen liefen über den Vertrieb, telefonisch und manuell. Für ein Unternehmen mit komplexen Anlagen, einer Vielzahl von Komponenten und einem aktiven Partnernetzwerk im Fachhandwerk bedeutete das hohen manuellen Aufwand, lange Durchlaufzeiten und gebundene Vertriebsressourcen.
Unsere Vision: ein zukunftsfähiger, digitaler B2B-Bestellweg für das Fachhandwerk, mit dem ERP als führendem System, damit Kunden-, Produkt- und Preisdaten konsistent aus der Warenwirtschaft versorgt werden und keine doppelten Logiken im Shop entstehen.
Herausforderung
Neuer Prozess, neue Architektur
Da es zuvor keinen digitalen Bestellprozess gab, war das Projekt nicht nur technisch, sondern vor allem organisatorisch anspruchsvoll:
Change Management über alle Fachabteilungen
Mit dem Onlineshop wurden etablierte Geschäftsprozesse grundlegend verändert. Alle betroffenen Fachabteilungen mussten frühzeitig eingebunden und bei der Reorganisation ihrer Arbeitsabläufe mitgenommen werden.
Fehlende Enterprise-Schnittstellenarchitektur
Eine unternehmensweite Schnittstellenarchitektur existierte noch nicht. Die Middleware, die alle Systeme verbindet, musste durch SOLVIS erst aufgebaut werden, in enger architektonischer Abstimmung mit e3n, um die Datenversorgung des Shops im ERP-First-Ansatz sicherzustellen.
Legacy-ERP ohne Live-Abfrage Fähigkeit
Das Infor ERP unterstützt keine Echtzeit-Abfragen aus dem Shop. Die Datenversorgung musste daher über synchronisierte Datenflüsse statt über Live-Abfragen gelöst werden.
Unternehmensweites Single Sign-on
Der Login sollte über den zentral gemanagten SSO-Provider des Unternehmens laufen. Dessen Integration in die Shop-Plattform war eine zusätzliche technische Herausforderung.
IDS-Standard als Custom-Entwicklung
Für die Anbindung der Handwerkersoftware war eine individuelle Umsetzung des IDS-Standards im Onlineshop erforderlich.
Lösung
Neuentwicklung mit avanta und ERP-First-Architektur
Wir entwickelten von Grund auf eine neue B2B-Plattform, konsequent ausgerichtet auf die Anforderungen von SOLVIS und des Fachhandwerks.
B2B-Funktionen direkt mit avanta
Auf Basis von avanta wurden zentrale Anforderungen ohne aufwändige Eigenentwicklung abgebildet: Kundenspezifische Preise, Rollen- und Rechteverwaltung, eine vollständige Beleg- und Auftragsübersicht im Self-Service sowie rollenbasierte Downloads von Preislisten und Produkt-PDFs.
ERP-First Architektur und Live-Daten trotz Legacy-ERP
Das Infor ERP verfügt selbst über keine modernen Schnittstellen und Live-Abfrage-Möglichkeiten. Deshalb spiegelt die SOLVIS die komplexe Preisstruktur aus dem ERP in einen eigenen internen Middleware-Layer und kann Anfragen so in Echtzeit beantworten. Eine Low-Code-Middleware auf Basis von n8n verbindet diese webfähige SOLVIS-Middleware mit dem Onlineshop und steuert den so den REST-API basierenden Datenaustausch. Kunden-, Produkt- und Preisdaten gelangen so aus dem ERP in den Shop und Bestellungen werden automatisch zurück in das ERP-System gespielt. Der Shop fragt die SOLVIS-Middleware beim Aufruf der Produktdetailseite und im Checkout live an und zeigt den kundeniduevideullen Preis in Echtzeit an. Das ERP bleibt führend (ERP-First), der Shop muss keine redundanten Logiken vorhalten.
In gemeinsamen Workshops haben wir zunächst alle Unternehmensprozesse und Datenmodellierungen aufgenommen, sodass SOLVIS diese intern in der eigenen Middleware umsetzen konnte. Parallel dazu starteten wir mit der Entwicklung der n8n-Middleware und entwickelten die Schnittstellen beider Systeme iterativ gegeneinander.
IDS-Anbindung für das Fachhandwerk
Über die IDS-Schnittstelle (IDS-Connect) verbinden Fachhandwerker ihre eigene Handwerker-Software direkt mit dem neuen SOLVIS-Shop. So ziehen sie Artikel und aktuelle Preise automatisch in ihre Fachplanungssoftware, ohne sie manuell erfassen zu müssen. Damit planen die Handwerksbetriebe ihre Anlagen in Ruhe in der eigenen Softwareumgebung und erstellen ihren Endkunden direkt Angebote. Sobald der Auftrag steht, spielen sie die Positionen zurück in den Warenkorb des Shops und bestellen dort mit einem Klick. IDS-Connect ist ein im Fachhandwerk etablierter, XML-basierter Standard. Für SOLVIS haben wir ihn als Custom-Entwicklung umgesetzt.
Integration des unternehmensweiten Single Sign-on
Der Shop-Login wurde an den zentralen SSO-Provider von SOLVIS angebunden und ermöglicht so einen unternehmensweit zentral gemanagten und sicheren Zugriff. Dabei bauen wir auf dem avanta-Zusatzmodul für Single Sign-on auf, sodass sich der Login ohne umfangreichen Entwicklungsaufwand umsetzen ließ.
UI-Library für eine einheitliche digitale Identität
Im Zuge eines kompletten Remakes der Corporate Identity hat SOLVIS ein neues Corporate Design erhalten, das die Brand-Agentur in Figma bereitgestellt hat. Als UI-Basis haben wir Material Design 3 gewählt und das Corporate Design von SOLVIS für die digitale Welt adaptiert. Auf dieser Grundlage haben wir mit Storybook eine zentrale Bibliothek vordefinierter UI-Komponenten aufgebaut. Da Storybook framework-übergreifend funktioniert, dient diese Bibliothek als gemeinsame Referenz für alle digitalen Angebote von SOLVIS und sorgt über unterschiedliche Programmiersprachen hinweg für ein einheitliches Look and Feel. Über eine MCP-Anbindung von Storybook lässt sich das Design zudem direkt in Tools wie Claude Code ins Rapid Prototyping ziehen.
Modernes Hyvä-Frontend
Für ein schnelles, barrierearmes Einkaufserlebnis kam das Hyvä Theme zum Einsatz. Es sorgt für kurze Ladezeiten und eine klare, strukturierte Oberfläche. Das neue Corporate Design von SOLVIS ließ sich dank der Design-Variablen von Hyvä schnell umsetzen, da sich Stylings darüber zentral und zügig anwenden lassen.
Change Management geschlossen von der Führung getragen
Geschäftsführung und zweite Führungsebene standen mit einem gemeinsamen Commitment hinter dem Projekt. Jeder Abteilungsleiter holte sein Team frühzeitig ins Boot und richtete es auf die gemeinsamen Projektziele aus. Ausgewählte Multiplikatoren-Kollegen verankerten die Vorteile des Onlineshops und die neuen Prozesse im Arbeitsalltag. So fand die Umstellung breite Akzeptanz und stieß kaum auf Widerstände.
Ergebnis
Digitaler Grundstein gelegt
Digitaler Vertrieb in Rekordzeit
Aus einem rein vertrieblichen Bestellprozess ist in wenigen Monaten ein digitaler Vertriebskanal geworden, der sich sofort im Tagesgeschäft etabliert hat.
Go-Live nach nur 3 Monaten
Trotz eines komplett neuen Prozesses und einer neu aufzubauenden Schnittstellenarchitektur ging der MVP nach nur drei Monaten Entwicklungszeit live. Die Handelspartner haben wir anschließend stufenweise aufgeschaltet und innerhalb eines Monats vollständig onboardet.
50 % des Umsatzes über den Shop
Bereits im ersten Monat nach dem Rollout lief rund die Hälfte des Unternehmensumsatzes über den Onlineshop. Der digitale Kanal trägt damit von Beginn an einen wesentlichen Teil des Geschäfts.
Spürbare Entlastung durch Self-Service
Vertrieb und Handelspartner nehmen die Plattform von Beginn an sehr gut an. Partner und Kunden bestellen jetzt eigenständig, das spart allen Beteiligten Zeit und hält den persönlichen Kontakt für beratungsintensive Themen frei.
Halbierte Durchlaufzeiten und weniger Fehler
Die Laufzeit von der Bestellung bis zur fachlich geprüften Übergabe in die Abwicklung wurde halbiert. Weil Bestellungen automatisch ins ERP übertragen werden, ist zugleich die Fehlerrate deutlich gesunken.
Ausblick
Kontinuierliche Weiterentwicklung
Die Plattform ist auf kontinuierliche Weiterentwicklung ausgelegt.
Geplant sind u. a.:
- Anbindung weiterer Industriekatalog-Standards (z. B. DATANORM, Open-Masterdata) für die erweiterte Datenversorgung von Handwerker-Software über den Onlineshop
- Internationalisierung des Onlineshops
- Explosionszeichnungen für das einfache Auffinden von Ersatzteilen der komplexen Anlagen
- Ausbau digitaler Serviceangebote und deren Integration in die Shopplattform
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